Jungtaubenerkrankung

Jungtierkrankheit

Der Begriff Jungtaubenkrankheit ist eine Bezeichnung für eine multifaktorielle Erkrankung der Jungtauben, die meist nach der späten Paramyxoviroseimpfung, bei Hitze oder den ersten Jungtaubenflügen auftritt. Viele Faktoren begünstigen den Ausbruch der Jungtiererkrankung. Dies sind oft Circoviren, Salmonellen, Trichomonaden, Hexamithen, Colibakterien, Kokzidien, Aspergillose, Hitze, Stress, die ersten Weitflüge und Vergiftungen. Die Jungtaubenerkrankung ist somit keine eigene Erkrankung, sondern das Zusammentreffen von mehreren Erkrankungen, was sowohl bei der Diagnose, wie auch bei der Behandlung berücksichtigt werden muss. Neben der Jungtiererkrankung gibt es natürlich noch andere Erkrankungen, die bei den Jungtauben zu schwerwiegenden Problemen führen können. Häufig beginnt die Jungtaubenerkrankung damit, dass einzelne Tauben trotz knapper Fütterung auf dem Dach sitzen bleiben und auch auf Locken (Pfiff) nicht in den Schlag zurückkommen. Dies ist kein Ausdruck von schlechtem Hören, sondern ein erstes Anzeichen der Jungtiererkrankung. Weitere Symptome sind Erbrechen, Wassergefüllter Kropf, Durchfall, übermäßiges Trinken, Flugunlust, Appetitlosigkeit, manchmal zentralnervöse Störungen und plötzliche Todesfälle.

Die Diagnose Jungtierkrankheit ist daher in erster Linie eine Ausschlussdiagnose, bei der im Rahmen der Untersuchung abgeklärt werden muss, welche Erreger sind beteiligt und welche Erreger sind nicht beteiligt. Hieraus folgt, dass die Behandlung alle nachgewiesenen Erreger erfassen muss. Für den Taubenzüchter ist es daher wichtig, dem untersuchenden Tierarzt auch entsprechend das Untersuchungsmaterial zur Verfügung zu stellen. Das sind in erster Linie einige Tauben, aber auch genauso die dazu gehörenden Kotproben. Ohne vollständiges Untersuchungsmaterial kann keine gescheite Diagnose gestellt werden.

Die Therapie sollte immer darauf abgestimmt sein, neben den bakteriellen Erregern auch die Trichomonaden, Hexamithen und ev. Kokzidien zu behandeln. Im weiteren sind folgende begleitenden Maßnahmen zu treffen. Das Futter sollte reduziert werden, das Futter sollte ebenfalls weniger Eiweiß enthalten. Die Einstreu ist zu entfernen, um den Infektionsdruck zu senken. Stress sollte ebenso vermieden werden, wie eine zu hohe Besatzdichte. Während der Behandlung sollte den Tauben kein Freiflug gewährt werden. Zum einen wird so sichergestellt, dass die verabreichten Medikamente aufgenommen werden, zum anderen vermeidet man, dass die Tauben woanders Wasser oder Futter aufnehmen und es so zu weiteren Infektionen kommt.

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